Unwitzig? Kein Problem – wir helfen!


Dass Sie alle Probleme haben ist ja nun mal so sicher wie das Amen in der Kirche. Allerdings kein Grund zu verzweifeln, denn mit etwas aktiver Lebenshilfe und meinem vorangehenden guten Beispiel, wird es auch Ihnen schon bald vielleicht etwas besser gehen. Ich verlange dafür keinen Dank, weil wir Künstler ja auch sowas wie eine soziale Verantwortung der Gesellschaft gegenüber und so sehe es als Aufgabe von uns kreativen und sensiblen Menschen an, dass wir eben denen, die von selbst nich so drauf kommen, was Sache ist ein bisschen auf die Sprünge helfen.

Nachdem ich jahrelang genauso unwitzig war wie sie, habe ICH mich zu dem Thema Humor mal eben RICHTIG schlau gemacht…

Es war harte Arbeit. Sich Schritt für Schritt einem exklusiven Humor wie dem meinen anzunähern hat NICHTS mit Müßiggang und Alberei zu tun.

Sie können übrigens von Glück sprechen, wenn Sie eher humorlos veranlagt ist, denn erstens sind richtig witzige Menschen tief in sich drin schwer verzweifelt und können einem

leid tun. Das habe ich bei Nietzsche nachgelesen

Zweitens haben alle Menschen, die immer nur zu Humbug und Scherzen aufgelegt, eigentlich ein Problem totales Problem mit sich selbst, sind kindisch und pubertär und haben den Ernst des Lebens anscheinend noch nicht so ganz kapiert. Wichtig daher, dass man ganz bewusst an die Sache herangeht.

Jahrelang fiel es mir, wie Ihnen, sehr schwer, einfach mal so mitzulachen oder

womöglich etwas zu einer illustren Runde beizutragen. Ich habe daher begonnen mir das Scherzen zuerst im Self-Made-Verfahren anzueignen. Dazu führte ich Buch.

Wann immer ich irgendwo einen Kalauer vernehme, notiere ich ihn postwendend.

Mittlerweile habe ich eine Menge starker Sprüche gesammelt.

Jeden Abend setze ich mich hin, ordne meine Notizen und lerne alles auswendig.

Ich spiele mit dem Gedanken, mir im Keller ein Archiv einzurichten…da

kann man dann auch mal runtergehen … zum Lachen…

Es ist darauf zu achten jeden Witz/Spruch/Kalauer je nach Situation prompt zu bringen.

Ich übe dazu oft, auch vor dem Spiegel,…..eines ist wichtig: ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN…

Erst mit der Zeit wird man immer lockerer.

Auch ist mir aufgefallen, dass es darauf ankommt, wie man einen Scherz bringt.

Mimik und Gestik spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wussten Sie das ?

Echte Schlagfertigkeit bedeutet: Volle Konzentration, aufmerksam bleiben, die Situation überschauen und dann zack, den angemessenen Witz/Spruch/Kalauer bringen.

Ein Beispiel: Unlängst habe ich folgende Standardsituation notiert: Fragt ein Mann auf

der Strasse einen Bekannten: „Hast Du schon meine schöne neue Uhr gesehen ?“

Antwort: „Wieso, hast Du zwei ?“

Dieser Scherz ist besonders praktisch da er unheimlich variabel einsetzbar

ist….

Folgendes halte ich für eine ganz ganz spannende Sache: Es gibt regelrechte Experten, bei denen man das Scherzen professionell erlernen kann.

Auf manches kommt man ja so von selbst gar nicht, stimmt’s ?

Ich habe mich daher für einen privaten Scherz-Seminar an der VHS angemeldet, für die Sache war mir kein Preis zu teuer !

In Creative-Workshops üben wir unter professioneller Anleitung diverse Scherze und lockere Sprüche zu passenden Situationen ein.

Im theoretischen Teil ordnen wir die verschiedensten Standardsituationen in die passenden Scherzkategorien.

Erst danach üben wir den richtig lockeren Einsatz, indem wir pärchenweise solche Situationen nachstellen.

Zu jedem Treffen müssen die Teilnehmer einen eigenen Witz mitbringen.

Ich hab den von neulich einfach umgeändert:

„Begegnen sich zwei Frauen auf der Strasse. Sagt die eine: Hast Du schon mein schönes neues Gebiss gesehen ? Sagt die andere: Wieso hast Du zwei ?“

Der kam in der Gruppe gar nicht so schlecht an, besonders wegen seiner Variabilität.

Der Witz gehört zur Gruppe 2c, kein sogenannter Speisebegleiter, aber im

Wartezimmer eines beliebigen Arztes.

Richtig gemütlich wird es wenn Tee, Gebäck, Salate und Schnittchen mit in die Gruppe gebracht werden. Wichtig ist nicht nur, dass etwas mitgebracht wird, sondern dass

JEDER MAL was mitbringt.

Nach Absprache finden die Treffen auch mal bei uns zu Hause statt, das finde ich

EXTREM o.k. Unangemeldeten Besuch hingegen habe ich nicht so gern.

Für manche Leute im Kurs ein biSSchen Rücksichtnahme wohl ein Fremdwort. Ich bin alles andere als spießig, aber an-schei-ned, bin ich wohl die einzige im Kurs, die einen Garderobenhaken bei sich zu Hause hat – die schmeißen ihre Jacken einfach irgendwohin. Natürlich sag ich dazu nix …aber ich denk mir meinen Teil.

Überhaupt die Einstellung mancher Leute:

Neulich hat Susanne zum zweiten Mal in der Gruppe gefehlt. Wenn jemand die

Sache so auf die leichte Schulter nimmt, dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn er

hinterher im Kurs nicht mehr gescheit mitkommt. Glaubt sie sich einfach meine Unterlagen kopieren zu können.

Natürlich habe ich so getan als habe ich sie vergessen. Selber schuld, kann ich da nur sagen.

Nebenbei: Ich sitze heut hier und nicht Susanne.

Im Publikum ist sie auch nicht. Sie ist jetzt natürlich neidisch, weil ICH mit richtigen großen Comedy-Stars zusammen auftrete und nicht sie ( auf meinen sensationellen Erfolg)

Schon in meiner Schulzeit war ich meinen Altersgenossen weit voraus und

stellte fest, dass Leute die immer über alles Witze damit nur ihre Unsicherheit überspielen und mit aller Gewalt originell wirken wollen.

Ich habe immer gesagt, ich bin DIE LETZTE, die nicht auch MAL schmunzelt, aber BITTE nicht auf Kosten andrer.

In unserem Kurs scherzen wir MITEINANDER und nicht übereinander.

Nur dadurch entsteht so etwas wie Vertrauen und emotionale Nähe.

Persönlicher Tipp von mir: MIT dem Partner üben.

Einfach mal gemeinsam Situationen aufleben lassen, in denen man zusammen

sogar Spaß hatte. Weil noch andere mit dabei waren.

Beispiel: „Weißt Du noch die lustige Schnellballschlacht, als Karin beinahe

ausgerutscht wäre oder … wie sich Katja Silvester ´97 auf das Pfurzkissen

setzte ?“

Diesen Gag habe ich damals zum ersten Mal ausprobiert.

Raimund meinte, das wäre total kindisch gewesen.

Er hat damit natürlich recht, aber irgendwie hat die ganze Gruppe dann doch lachen

müssen. Naja, wir hatten auch schon einen im Tee…

Ich habe mich aber am nächsten Tag bei Katja entschuldigt, schließlich

war sie vor der ganzen Runde ziemlich bloßgestellt worden.

Inzwischen kann auch sie darüber lachen.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen: Nach einigen Jahren lacht man immer über die

Dinge, die man damals gar nicht soo lustig fand.

So, nun zum nächsten flotten Scherz.

Vielleicht habt Ihr selbst inzwischen Mut bekommen, dann testet doch mal beim gemeinsamen Schaufensterbummel mit einer guten Bekannten den hier:

Wenn die Bekannte sagt: Kuck mal da, die Bluse …

Dann du so: Meinst Du, die gibt es auch in schön ?

Dieser Scherz ist ähnlich variabel wie der mit dem Gebiss, aber einfach mal ne pfiffige Variante.

Neulich habe ich zum ersten Mal einen Witz außerhalb der Gruppe und OHNE

vertraute Person in meiner Nähe gemacht:

Sitzt da so eine Punkerin ! mit grünen Haaren auf einer öffentlichen Parkbank.

Und ich so: Na, Dein Schatz ist wohl ein Jägersmann. ..

Die Antwort hab ich gar nicht mehr gehört, ich hab danach die Beine natürlich nur

so in die Hand genommen.

Es gibt allerdings Dinge, über die macht man keine Scherze:

Im KINDERPROGRAMM! hab ich folgenden Witz gehört:

Peter und sein Vater gehen in den Zoo. Fragt der Peter: Sag mal Papa,

heiraten Kamele eigentlich auch ? Und der Vater so: Mein Sohn, NUR Kamele heiraten…

Was mich an dem Witz unheimlich aufregt – der ist totalfrauenfeindlich.

Nur weil die Männer sich mal wieder vor der Verantwortung drücken wollen.

Danke …. tschüss

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